Netzliste
Was ist eine Netzliste?
Eine Netzliste ist eine textbasierte oder strukturierte Datendatei, die alle elektrischen Verbindungen eines Schaltungsentwurfs beschreibt. Jeder Eintrag benennt ein Netz, also einen benannten elektrischen Knoten, und listet sämtliche damit zu verbindenden Bauteilanschlüsse auf. Die Netzliste wird aus dem Schaltplan erzeugt und ist die verbindliche Definition der Verbindungen, die das Leiterplattenlayout umsetzen muss. Ohne korrekte und vollständige Netzliste kann der Layoutprozess keine funktionierende Platine erzeugen.
Je nach EDA-Umgebung gibt es verschiedene Formate, darunter EDIF, Allegro-Netzlisten, Altium netrev und KiCad-Netzlistendateien. Neben Verbindungen kann eine Netzliste Randbedingungen wie Netzklassen, Differenzpaarzuordnungen, Impedanzanforderungen und Längenabgleichsgruppen enthalten. Die Synchronisierung zwischen Schaltplan und Layout, besonders über Designrevisionen hinweg, ist entscheidend, um Verbindungsfehler und dadurch funktionsunfähige Hardware zu verhindern.
Netzlistenbasierte KI-Layouterzeugung
Die Netzliste ist die wichtigste Eingabe jedes automatisierten PCB-Layoutprozesses. Physikgestützte KI-Layoutengines lesen sie zusammen mit den zugehörigen Randbedingungen ein. So verstehen sie nicht nur, was verbunden werden muss, sondern auch, welches elektrische Verhalten die Verbindungen erfüllen sollen. Die Kombination von Netzlistenverbindungen, Impedanzanforderungen, Netzklassenregeln und Differenzpaardefinitionen ermöglicht Layouts, die sowohl die logischen Verbindungen als auch die in den Designdaten enthaltenen physikalischen Leistungsanforderungen erfüllen. Die entstehenden Platinen sind damit korrekt verdrahtet und elektrisch optimiert.





